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16. Dezember

16. Türchen, geöffnet von Susanne Steinbeck, Kirchenvorsteherin

heute: Die BLUME der HEILIGEN NACHT

Eine Geschichte vom Weihnachtsstern

 

• In seiner mexikanischen Heimat sowie in anderen Gebieten, wächst der Weihnachtsstern so kräftig wie bei uns der Holunder. Er kann dort eine Höhe von über 3 Meter erreichen.

Die Azteken nannten den Weihnachtsstern "Cuitlaxochitl". Nach der Eroberung des Azteken-Reichs durch die Spanier vor rund 500 Jahren wurde er als "Flores de Noche Buena", die Blume der Heiligen Nacht, bezeichnet.

Zu diesem Namen erzählt man sich in Mexiko folgende Geschichte:

Das Mädchen Pepita war zu arm, um dem Jesuskind am Weihnachtsabend ein richtiges Geschenk zu kaufen. Auf den Weg zur Kirche pflückte sie deshalb grüne Zweige von einem Strauch am Wegesrand und band daraus einen Strauß. Als sie diesen als Geschenk in die Krippe legte, erblühten auf den Zweigen plötzlich prachtvolle rote Blüten.

Seit diesem Tag heißt die Pflanze in Mexiko "Flores de Noche Buena" und gilt als Weihnachtsblume.

Erst viel später, nämlich im Jahre 1804, gelangte sie mit dem Naturforscher Alexander von Humboldt erstmals nach Europa.

In Berlin wurde sie katalogisiert und auf den botanischen Namen Euphorbia pucherrima getauft, die schönste der Euphorbien!!!

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Weihnachtssterneblüten

Laut ging es zu in Kikis Blumenlädchen. Die Weihnachtssterne stritten sich nämlich gerade darüber, wer von ihnen die schönste Blütenfarbe habe, die roten oder die weißen.

„Schaut euch doch mal an! Ihr seid farblos. Ja, so könnte man es sagen!“, rief ein besonders großer roter Weihnachtsstern.

„Weiß ist eine beliebte Farbe“, wehrten sich die weißen Sterne. „Die Leute sagen, wir seien modern, was immer das auch heißen mag.“

„Und?“, fragte einer der roten Sterne. „Soll dieses ‚modern‘ ein anderes Wort für schön sein? Dann nämlich würden sie lügen, diese Leute.“

Eine Kundin hatte das Geschäft betreten. Die Weihnachtssterne schwiegen, immerhin darin waren sie sich einig.

„Guten Tag, die Dame!“, sagte Kiki, die Blumenfrau. „Was kann ich für Sie tun?“

„Ich suche einen großen Weihnachtsstern“, antwortete die Kundin. „Für eine Porzellanschale im Wohnzimmer.“

„Jetzt, ja, jetzt sind wir an der Reihe. Passt auf!“ Die roten Weihnachtssterne reckten ihre Blütenköpfe noch mehr in die Höhe und strengten sich an, farbenfroher und lockender als je zuvor zu strahlen.

„Wer strahlt, lächelt“, erklärte einer von ihnen den weißen Blüten. „Das müsst ihr noch lernen.“

„Welche Farbe gefällt Ihnen denn am besten?“, fragte Kiki die Kundin

Die zögerte. Sie konnte sich nicht entscheiden. „Einerseits liebe ich die roten, aber andererseits würden die weißen besser in meinen Wohnraum passen. Es ist schwierig.“

„Warum mischen Sie nicht? Nehmen Sie zwei kleine weiße und zwei kleine rote Weihnachtssterne! Das sieht bestimmt zauberhaft aus“, schlug Kiki vor.

„Eine nette Idee.“ Die Kundin lächelte.

„Seht ihr“, raunten die roten Sterne den weißen zu. „Ihr braucht uns, um schöner zu strahlen.“

In dem Augenblick stahl sich ein Wintersonnenstrahl durch das Ladenfenster. Er fand seinen Weg mitten in den Krug mit den weißen Sternen. Und die funkelten und strahlten und gleißten nun im Licht, als wollten sie ihren Kollegen am Himmel Konkurrenz machen.

Die Kundin lächelte noch mehr. „Die weißen“, sagte sie. „Ich nehme die weißen. Sie passen besser zu mir.“

Im Blumenladen war es still geworden. Die roten Weihnachtssterne mussten erst einmal nach Luft ringen und die weißen, die freuten sich stumm.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl